Zur Startseite ...

Startseite

ZWEI BRANCHEN - EIN ZIEL Stahlinstitut VDEh Industrieverband Massivumformung e. V. (IMU) Industrieverband Massivumformung e. V. (IMU)

Phase III mit 39 internationalen Unternehmen aus Westeuropa, USA und Japan beendet - vielversprechende Ergebnisse liegen vor
93 kg Leichtbaupotenzial bei Allrad-Vollhybrid-SUV
124 kg Leichtbaupotenzial bei konventionellem Lkw in Getriebe, Kardanwalle und Hinterachse

Das Gewicht von Fahrzeugen weiter zu reduzieren ist eine der entscheidenden Herausforderungen für die Automobilindustrie in naher Zukunft. Denn weniger Gewicht bedeutet geringere CO2-Emissionen sowie bessere Material- und Ressourceneffizienz.  Stahl behält dabei eine zentrale Rolle dank seiner Leichtbauqualitäten durch moderne Stahlwerkstoffe. Die Initiative Massiver Leichtbau, eine Kooperation von Unternehmen aus der Stahlbranche und der Massivumformung, zeigt seit 2013 auf, welche noch unbekannten Leichtbaupotenziale bei massivumgeformten Stahlbauteilen in Antrieb und Fahrwerk liegen.

Die Phase III startete im Juli 2017 mit 39 Kooperationspartner aus Westeuropa, USA und Japan mit der Zerlegung und Dokumentation eines hybridisierten Allrad-SUVs mit Split-Axle-Antrieb durch die fka Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen mbH, Aachen. In gleicher Weise wurden Getriebe, Kardanwelle und Hinterachse eines schweren Nutzfahrzeugs demontiert. In einem Workshop Ende Januar 2018 beim fka in Aachen konnten 80 Experten der projektbeteiligten Unternehmen die über 4.000 Bauteile dann selbst beurteilen und im Hinblick auf mögliche Leichtbaumaßnahmen inspizieren.

Erarbeitet wurden fast 1.000 Leichtbauvorschläge für Fahrwerk, Antriebsstrang, Getriebe und Elektronikteile des Hybrid-Pkw und für den Lkw-Antriebsstrang. Die Ideen beziehen sich auf den stofflichen und konstruktiven Leichtbau sowie auf den Fertigungs- und Konzeptleichtbau. Bei dem Hybrid-Pkw mit einer Referenzmasse der oben genannten Systeme von 816 kg summieren sich diese Leichtbauansätze auf eine mögliche Gewichtsreduzierung von insgesamt 93 kg. Für den Lkw-Antriebsstrang mit einer Referenzmasse von 909 kg können die Experten eine Gewichtsreduzierung um insgesamt 124 kg in Aussicht stellen.

Ergebnispräsentation Phase III

2015 ist zusätzlich  der IGF-Forschungsverbund „Massiver Leichtbau" gestartet, ein durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördertes Forschungsvorhaben mit 10 Instituten und Lehrstühlen, um mithilfe neuer Stahlwerkstoffe sowie Bauteilkonstruktionen und Fertigungsmethoden den Antriebsstrang von Automobilen noch leichter zu machen und trotzdem höchste Lebensdauererwartungen zu erfüllen. Nach mehr als drei Jahren intensiver Forschungsarbeit wurden am 11.10.2018 in Düsseldorf bei der Forschungsvereinigung Stahlanwendung e. V. (FOSTA) die Ergebnisse des IGF-Forschungsverbundes „Massiver Leichtbau" in einer eintägigen Abschlussveranstaltung unter Beteiligung von Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e. V. (AiF), Köln, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), Berlin, und Vertretern aus Industrie und Wissenschaft sowie den eingebundenen Forschungsvereinigungen präsentiert. 

Sprecher der Initiative

Dr. Hans-Willi Raedt (Sprecher für die Massivumformer, Vice President Advanced Engineering, Hirschvogel Automotive Group, Denklingen):
„High-Tech-Firmen weltweit zeigen auf, wie die Massivumformung zum Leichtbau beitragen kann.“

Dr. Thomas Wurm (Sprecher für die Stahlhersteller, Leiter Technische Kundenberatung und Anwendungsentwicklung bei der Georgsmarienhütte GmbH):
„Wir entwickeln moderne, höherfeste Stähle, die Prozesse und Produkte für wirtschaftliche Leichtbaulösungen zur Erfüllung auch künftiger Anforderungen an Leistung, Fahrdynamik und Umwelt ermöglichen.“

Dipl.-Math. Sabine Widdermann (Projektleitung, Leitung Strategische Projekte im Industrieverband Massivumformung e. V.):
„Massiv in die Zukunft - wir zeigen Leichtbauansätze auch für elektrifizierte Fahrzeuge auf“

 

Dr.-Ing. Hans-Willi Raedt
Dr.-Ing. Hans-Willi Raedt
Dr.-Ing. Thomas Wurm
Dr.-Ing. Thomas Wurm
Dipl.-Math. Sabine Widdermann
Dipl.-Math. Sabine Widdermann